Dieses Ziel lässt sich jedoch nur erreichen, wenn die Grundidee der Piratenpartei dabei nicht in Vergessenheit gerät. Diese besteht unter anderem darin, dass alles gemeinsam erarbeitet wird. Einer entwickelt eine Idee, der Nächste erweitert sie und ein Weiterer korrigiert. So entstehen Ergebnisse, die von einer breiten Mehrheit getragen werden und wo jeder seine Begabung, sein Wissen und seine Ideen eingebracht hat. Der Inhalt entsteht durch die Arbeitsweise von allein, solange nicht von diesem Weg abgewichen wird. Natürlich ist uns bewusst, dass der von uns beschrittene Weg nicht der einfachste ist. Aber darum geht es auch nicht, solange wir gemeinsam daran arbeiten, den besten Weg zu finden.
Aber leider geht es nicht mehr allen darum, gemeinsam den besten Weg zu finden. Seit einiger Zeit erlebt die Piratenpartei einen noch nie dagewesenen Mitgliederansturm. Die Meisten kommen wegen der neuen Art der Piratenpartei Politik zu machen, wegen der Arbeitsansätze und der Möglichkeiten der Partizipation und bringen dabei viele neue Ideen, Wünsche und Ziele mit, die in unsere gemeinsamen Ergebnisse einfließen. Aber es kommen auch immer mehr Selbstdarsteller, Karrieristen und Trolle, die über die Mailinglisten herfallen und alles versuchen, um sich selbst und den eigenen Vorteil in den Vordergrund zu stellen und schaffen es somit, dass die Grundsätze immer weiter in den Hintergrund gedrängt und - aus Ignoranz, Unverständnis oder Egoismus - die Strukturen etabliert werden, wegen der wir uns erst überhaupt von den anderen Parteien abgewandt haben.
Wir, die UnterzeichnerInnen dieser Briefes, sind der Meinung, dass es Zeit wird, die Stillen, die sich nicht in der Vordergrund drängen und statt dessen trotzdem den Großteil der wichtigen Arbeit leisten, mit diesem Schreiben in die Öffentlichkeit zu rücken. Die Techniker, die die Partei am Laufen halten. Die Verfasser unserer Programmanträge, die uns Inhalt geben. Die Designer, die uns nach außen hin ein Gesicht verleihen. Die aktiven Mitglieder in den unzähligen AGs, die notwendige Grundarbeit betreiben. Die lokalen Piraten vor Ort, die unsere Themen zu den Bürgerinnen und Bürgern bringen. Die nie genannten und trotzdem so fleißigen Menschen im Hintergrund, die nie einen Dank verlangen und trotzdem soviel von sich selbst abverlangen. Wir schulden ihnen mehr als unseren Dank, weil sie es sind, die uns jeden Tag ohne große Anerkennung weiterbringen. Ohne sie wäre die Piratenpartei nicht das, was sie ist und unseren Grundsätze könnten nicht umgesetzt werden. Deshalb sei an dieser Stelle ganz klar gesagt:
Ihr seid die Piratenpartei. Lasst euch nicht unterkriegen. Wir nehmen uns alle an jedem von euch ein Beispiel. Wir werden euch helfen, euch verteidigen und ihr könnt euch immer an jeden der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner wenden, wenn euch mal die Decke über dem Kopf zusammenbricht. Gemeinsam werden wir es schaffen, unsere Ideale und Grundsätze in die Politik zu tragen.
Wir bekennen uns mit unserer Unterzeichnung dazu, uns selbst mehr für die Piratenpartei einzusetzen. Gemeinsam geht es darum, nicht mehr nur zu labern, sondern einfach wieder zu machen. Nur so können wir zeigen, dass wir viele sind, denen die Grundidee der Piratenpartei nicht egal ist. Denn nur, wenn wir nicht vergessen, dass wir nicht allein sind, ist es weiterhin möglich, sich mit Freude und Begeisterung für die Piratenpartei zu engagieren.
Eigentlich wollten die Initiatoren von machenstattlabern.de einen ausführlichen Brief schreiben, der alle im Hintergrund arbeitenden Mitglieder der Piratenpartei motivieren und sie daran erinnern sollte, wofür sie so fleißig arbeiten und dass sie sich nicht von einigen Wenigen unterkriegen lassen sollen. Lassen wir. #Machenstattlabern