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16Nov/137

Die Grenzen der Freiheit: Über Sexualität und Überforderung

Es ist Donnerstag, der 14. November 2013. Es ist 8 Uhr. Eigentlich klingelt jetzt mein Wecker. Eigentlich. Denn ich stehe bereits in einem Unterrichtsraum einer 7. Klasse. Es ist das erstes Mal, dass ich vor einer Schulklasse stehe. Quasi auf der andere Seite.

Wir fangen mit der Begrüßung an: "Mein Name ist Mia, ich bin 28 Jahre alt und Programmiererin. Ich bin transsexuell und bisexuell"

Ich habe mich gerade vor einer Gruppe Schülern geoutet und werde jetzt mit 13-jährigen über Sexualität reden. Die Begrüßung ging über meine Lippen, als würde ich es täglich machen. Mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es das normalste der Welt über LSBTI, Sexualität und Sex im Allgemeinen zu reden. Und das vor bzw. mit Kindern und Jugendlichen.

Vielleicht sollte dies - in meinem Alter - auch der Fall sein. Aber ich befinde mich in einer Art Pubertät. In einer Selbstfindungsphase. Kein großes Geheimnis und kein wirkliches Wunder, habe ich  mich doch vor nicht einmal 2 Jahren als transsexuell geoutet, voralledem mir selbst gegenüber, und befinde ich mich doch noch in der Eingewöhnungsphase der Hormone.

Dennoch ist es etwas anderes, denn ich befinde mich nicht alleine in dieser Phase. Ich meine damit nicht andere Transsexuelle. Ich meine damit quasi meine Peergroup(s). Vielleicht sogar "meine Generation". Ich bzw. wir erleben ein interessantes Jahr. Ein Jahr der Offenheit und Neufindung. Ein Jahr der Sexualität.  Um eben dieses Thema soll es in diesem Text gehen.

 

Seit meinem Outing als Transsexuelle bin ich bei den Trans*Lions, einem  Stammtisch für transidente Menschen in Braunschweig. Nach langer Zeit mit wenig Zuwachs, kamen Anfang 2013 quasi mit jedem Stammtisch neue Gäste, teilweise gleich mehrere. Es gab quasi einen Hype, aber nicht, weil "trans sein" cool ist, sondern weil sich diese Menschen (und sicher viele andere, auch dank Medien) Gedanken über ihre Sexualität gemacht haben. Sie haben sich getraut, dazu zu stehen, was sie sind. Und sie trauten sich mit anderen darüber zu reden.

Aber dabei blieb es nicht. In diesem Jahr gab es in meinem Freundeskreis eine Menge Outings. Als Polyamor, als BDSMler und vieles weitere. Seit Wochen habe ich, in den verschiedensten Freundeskreisen / Peergroups, immer wieder (teils wirklich intensive) Gespräche über Beziehungen, Sexualität und Geschlechtsverkehr / Spielen (im BDSM-Sinne) geführt. In einer Tiefe und Dauer, die echt toll ist, aber doch sehr erstaunlich. Ist es doch irgendwie etwas neues.

Natürlich ist es für mich selber neu, dass ich über das Thema reden kann. Auch wenn ich es früher schon gerne gemacht hätte, fehlten die Gesprächspartner hierfür. Ob ich es getan hätte... ich bin mir unsicher. Aber für mich selber war mein Trans-Outing hier sicher eine wichtige Hürde. Sicher gab es auch schon vorher etliche, die über diese Themen offen gesprochen haben. Was neu ist, ist die Masse an Personen und das Verhältnis zu den Personen, mit denen man darüber spricht. Ich, und etliche andere, reden "plötzlich" mit quasi fremden Personen über intime Themen. Und ich habe von vielen verschiedenen Personen erzählt bekommen, dass es für sie ebenfalls neu ist.

Viele finden es toll, so offen über Sexualität reden zu können. Aber nicht nur reden, sondern auch ausprobieren und experimentieren zu können. Viele Themen, die vorher irgendwie tabu waren, sind es nicht mehr, zumindest nicht mehr so wie vorher. Sie sind greifbar. Bei mir ist es nicht anders.

Hier muss man wohl insbesondere den Medien danken. Auch wenn ich bei vielen Dokumentationen über Transsexualität, BDSM etc. eigentlich heulen muss, aber sie schaffen es, dass Menschen sich mit dem Thema befassen und sich Gedanken darum machen. Genau das, was ich mit den oben genannten Schulbesuchen auch erreichen möchte. Dass Kinder in der entscheidenden Phase der Pubertät keine Angst vor Neigungen haben. Das sie wissen, womit sie es "zu tun haben". Dass sie wissen, dass sie nicht krank, pervers oder sonst etwas sind, dass sie nicht alleine damit sind. Dass es etwas völlig normales ist. Und auch wenn man sicher bei vielen einiges korrigieren muss, wenn sie über Reportagen von RTL2 oder über Bücher wie Shades of Grey zum Thema finden, aber sie finden den Weg und das finde ich viel wichtiger. Ich bin diesen Medien dafür dankbar, egal wie falsch Inhalte teilweise sind. Ich habe einige in diesem Jahr erlebt, die dadurch neue Seiten ihrer Sexualität erlebt haben und dadurch aufgeblüht sind.

 

Aber ebenso sind viele mit dieser neuen Freiheit überfordert. Immer wieder drehen sich die Gespräche um Probleme rund um diese neu gefundene Sexualität. Ich habe bisher hauptsächlich Transsexualität, Polyamorie und BDSM genannt. Ich möchte mich auf diese beschränken, aber sie stehen nur beispielhaft für die verschiedensten Arten.

Vor wenigen Tagen startete auf dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Aufklärungreihe, die anders ist als bisherige. Sie zeigen u.a. Bilder. Und gleich am Anfang sagen sie etwas entscheidendes: Der Schlüsselpunkt einer Beziehung ist die Kommunikation. Und ich erlebe es an mir selber. Ich kann mit anderen, teils fremden Personen, quasi problemlos über Sexualität, Geschlechtsverkehr und Co. reden, aber mit Beziehungs-, Sexpartnern etc.... irgendwie ist es merkwürdig. Aber die Kommunikationsprobleme fangen nicht erst innerhalb einer Beziehung an, sondern schon davor.

Natürlich, es ist nichts neues, dass flirten und Co. nicht gerade das leichteste ist, aber viele aus besagten Gruppen haben teils enorme Probleme, wenn es um eben diese neu entdeckte Sexualität geht. Wie finde ich heraus, ob die Person, der ich gerne näher kommen möchte, auch auf BDSM steht? Oder ob Polyamorie für sie in Ordnung ist?

In der heteronormativen Welt ist es klar. Wenn die Person des Begehrens äußert, dass er/sie eine*n Freund*in hat, ist das Thema durch. Natürlich merke ich, dass ich ja nicht alleine offener zu vielen Themen werde und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person sich auch schon Gedanken zu dem Thema gemacht hat (insb. wenn man auf Partys im queeren Umfeld ist), relativ hoch ist. Aber weiterhin bleibt in solchen Momentan der Gedanke "Verdammt, sie ist vergeben. Schade".

Wie finde ich heraus, ob diese Person Poly ist? Oder wie sie zu BDSM steht? Darf man weiterflirten? In der heteronormativen Welt wäre dies äußerst unfreundlich. In einer neuen, offeneren Welt, wäre die Aussage (dass man man eine*n Freund*in hat) selber keine Absage.

Und was, wenn sie anders denkt? Was wenn man selber BDSMler ist, der Wunschpartner damit aber nichts anfangen kann? Oder (BDSM besteht ja nun aus vielem Bereichen) diese Person nicht "kompatibel" ist mit den eigenen Bedürfnissen?

Wir stehen hier nun vor einem Konflikt. Auf der einen Seite die neu entdeckten Bedürfnisse, diese Freiheit auszuleben. Und das Wissen, dass es einem besser geht, wenn man eben dieses tut. Auf der anderen Seite die Grenzen einer Beziehung. Diese sind immer Kompromisse. Man muss also Freiheiten wieder einschränken. Dies bedeutet aber eigentlich kein Verlust der Freiheit selber. Ein polyamorer Mensch, der von sich aus entscheidet monoamor zu leben, gibt keine Freiheit ab, sondern er nutzt die Freiheit, dass man sich selber Grenzen setzen kann (anders eben als in der heteronormativen Welt).

Aber genau hier haben viele ein Problem damit. Gerade von BDSMlern in meinem Freundeskreis habe ich jetzt mehrfach gehört, dass sie das Gefühl haben, dass eine Beziehung quasi unmöglich ist. Und ich kann es insofern nachvollziehen, da man ja ungerne Freiheiten und entdeckte Sexualität aufgeben möchte. Lässt man sich lieber auf eine monoamore (nicht-offene) Beziehung ein, die bedeutet, dass man BDSM aufgeben muss, oder verzichtet man lieber auf "romantische Beziehungen" statt Spielbeziehungen aufzugeben?

Mir scheint, dass viele überfordert damit sind, wie schnell die Öffnung und Selbstfindung stattfindet. Schnelligkeit, ein Wort, dass man im Zusammenhang mit der heutigen Zeit immer wieder finden. Man hat das Gefühl, dass man nichts mehr mitbekommt, "raus ist", wenn man nur mal übers Wochenende weg ist. Als ITlerin kenne ich das Problem eh nur zu gut.

 

Vor vier Jahren wurden die Piraten auf einer Wahlparty von einem Alt-68er als "die Kinder der 68er" bezeichnet. Vermutlich insbesondere auf Grund der Vergleiche zu den Grünen. Aber ich habe in dieser Zeit diese "Nerdpartei" als sehr offen und extrem Freiheitsbezogen erlebt, auch gerade was Sexualität angeht (etwas was ja "so gar nicht zu Nerds passt"). Und gerade dieses Jahr hat die Aussage ("Kinder der 68er") bei mir in einen anderen Blickwinkel gezogen. Ich glaube es passt doch recht gut.

Während einer der oben genannten "Sexualitätsgespräche" wurde geäußert, dass man sich gerne mit älteren aus "der Szene" unterhalten würde, wie diese die Probleme lösen. Aber wir sind nicht "die 68er" oder so.

 

Wir sind unsere eigene Generation, mit unseren eigenen Problemen. Für die wir selber einen Weg finden müssen. Das sind die Grenzen der Freiheit.

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veröffentlicht unter: Allgemein, Privat Kommentar schreiben
  • Barbara Hampf

    Gern hätt ich etwas über den Verlauf des Gespräches mit den 13-jährigen Schülern erfahren!

  • http://twitter.com/Radgryd Radgryd

    Sehr interessanter Artikel, mehr davon! Würde auch gerne über das genaue Gespräch mit einer Klasse, vllt. mit gestellten Fragen (wenn vorhanden, man weiß ja wie 14-jährige so sind..) lesen! Dann könnte man auch herausfinden, was für Stereotypen denn im Moment aktuell sind, und diese auflösen.

    Ich möchte zu deinem Artikel hinzufügen, dass unsere Generation – ja, gerade unsere – ein Problem mit Kommunikation hat. Ich weiß nicht, seit wann genau dieses Problem besteht, ob es schon genauso große Probleme mit Kommunikation in den letzten Jahrzenten gab, oder woher genau diese Barriere kommt. In meiner Oberschulzeit hat man auch im Freundeskreis immer nur andeutend über Sex oder Beziehungen geredet. Das ist in diesem Alter „normal“, es wird über Doktor-Sommer Fragen gekichert, aber Niemand spricht wirklich darüber. Ich muss zugeben, dass ich aber auch in dieser Zeit kein großes Interesse an einer Beziehung gehabt habe, weil viele Mädchen (aus meiner Erfahrung heraus) nur in einer Beziehung waren, um sagen zu können: „Ich habe einen Freund!“ Mich persönlich hat es genervt. Ich hatte andere Interessen – Viele Leute lasen die Bravo, ich hab in der Zeit meine KidsZone gelesen und mein DAISUKI Abo genoßen.
    Jetzt aber zurück zum Thema – ich bin eine Person, mit der man schon immer über alles reden konnte. Klar gehört etwas Verrücktheit dazu; ob es Träume oder Fantasien waren, oder ob es das komplette Gegenteil war – Depressionen. Habe mich schon immer bemüht, Leuten ein Lächeln auf’s Gesicht zu zaubern. Dann aber zum Problem: In meinem Leben sind mir leider nur wenige Menschen begegnet, die so offen wie ich schienen. Auch wenn man sie für Jahre kannte, es gab immer eine Barriere, oder Fragen die unbeantwortet blieben. Die Kommunikation wollte einfach nicht so recht klappen, weil viele Menschen ängstlich und unsicher schienen. Meiner Meinung nach hing das oft vom Elternhaus ab – hatten die Leute eine gute Beziehung zu ihren Eltern, schien alles leichter und weniger gedrückt. War das nicht so, schienen sie von Zeit zu Zeit komplett abgeriegelt.

    Dann kam mit unserer Generation (plus einige Jahre zuvor) das Internet ins Spiel. Ich glaube leider, viele dieser Kommunikationsprobleme werden durch das Internet nur noch schlimmer. Anstatt dass geredet wird, wird getexted. Es ist leider wirklich so! Auch wenn man sich mit wildfremden Menschen im Internet einfacher austauschen kann (und das ist sehr positiv, wenn man Menschen findet, mit denen man viel gemeinsam hat), wird die Kommunikation zu den Menschen im realen Leben geschwächt. Und versteht mich nicht falsch, ich liebe das Internet! Da ich aber ein so kommunikativer Mensch bin, hat es mir nur noch eine zusätzliche Welt eröffnet, um mich mit Menschen auszutauschen. Leute die aber nicht gut mit Worten umgehen können, wird ein Fluchtweg geboten, der in meinen Augen eher negativ aussieht. (Und ich meine nicht die Leute, die sich danach dann auch im realen Leben besser öffnen können) Wieso? Ich sehe das an der Generation nach uns, der Generation meiner Schwester. Die wird nächstes Jahr 18. Alles läuft über das Handy ab, und es gibt großes Aufsehen und Streit, wenn der Freund von Freundin X ihre Verläufe auf ihrem Handy liest. Es gibt kein Vertrauen mehr. Es wird über Text Schluss gemacht, oder gesagt „Ich liebe dich.“, aber im realen Leben verkümmert die Kommunikation, die Leute werden einfach zu schüchtern und zu feige (!) etwas laut zu sagen. Innerhalb von Beziehungen wird nicht -wirklich- geredet.
    Gerade vor ein paar Wochen unterhielt ich mich mit einer guten Freundin, die ich jetzt schon seit 9 Jahren kenne; und diese gehört zu den Menschen, mit denen ich wirklich gut reden konnte und auch noch kann. Es ging um Beziehungen und Sex, und ich meinte einfach zwischendurch; „Mit dem Partner auszuprobieren, sein Interessenfeld zu erweitern, zu experimentieren, ist einfach das Beste.“ ihre Antwort war aber, „Nee, dann mag der Partner das nicht, oder findet das komisch und dann wird’s unangenehm.“
    Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen sollte. Dazu muss ich sagen – ich befinde mich in meiner ersten Beziehung, die seit über einem Jahr hält. Ich liebe meine Partnerin, ich kann mit ihr über ALLES reden, und ich würde das nicht anders haben wollen.

    Diese alte gute Freundin von mir war schon in mehreren Beziehungen, und ich war so sprachlos, weil ich überhaupt nicht wusste, was ich dazu antworten sollte. Ich glaube, ich habe einfach mit den Schultern gezuckt. Ich finde es einfach traurig, dass dies die Norm zu sein scheint. Blockierte Kommunikation, Scham, Angst. Woher kommt das? Will man sich nicht in einer Beziehung sicher fühlen? Will man nicht mit Person X alles, oder vieles, zusammen machen? Ich verstehe es zu meinem Teil einfach nicht.

    Dann, ja – leben wir leider in einer Gesellschaft, die nicht nur monosexuell geprägt ist, sondern auch Polyamory ablehnt. Das mag nicht für jeden etwas sein, zugegeben, aber es ist ein komplett suspektes Thema für viele Leute. Und ich glaube der Grund, wieso viele Leute davon ausgehen, dass besagtes komplett kompliziert wäre, ist, weil sie nicht richtig kommunizieren können. In einer Dreierbeziehung muss Kommunikation nicht nur vorhanden sein, sondern auch wirklich funktionieren. Dazu kommt auch noch (meine subjektive Meinung), dass es nicht einfach ist, drei oder mehr Menschen zu finden, die wirklich zueinander passen, und die akzeptieren können, sich gegenseitig sozusagen gleichwertig zu lieben. In unserer Gesellschaft? In meinen Augen leider fast unmöglich. Zu wenig Kommunikation, zu wenig Akzeptanz, zu wenig Toleranz. Traurig, aber wahr.

    Und neben Polyamory – ist es nicht einmal möglich, mit mehreren Menschen gleichzeitig zu flirten. Wieso? Ganz einfach. Das Vertrauen fehlt. Menschen haben zu viel Angst, ihren Partner zu verlieren; weil die meisten nicht wissen, was der Partner wirklich denkt. Wieso? Die Kommunikation läuft nicht so ab, wie sie sollte.

    Ich glaube an diesem Punkt mache ich mal Schluss, genug zum Nachdenken, genug ‚geranted‘..

    • dasYuuji

      Einfach nur: DANKE! <3

      Ist ja schon fast ein Blog im Blog xD

      Ich kanns so eigentlich nur unterschreiben. Zum Thema Schule und SchLAu schreibe ich noch separat, versprochen!

      • http://twitter.com/Radgryd Radgryd

        Freue ich mich schon drauf! ^_^

  • sergejnorris

    (at)SergejNorris

    Interessanter Artikel, ich bin auch sehr gespannt wie das
    bei den Kids ankommt, ich finde die Aufklärung der Kinder ebenfalls sehr
    wichtig und schätze deine Arbeit der Aufklärung sehr, da ich mir gut vorstellen
    kann das es nicht immer einfach ist, aber diese Arbeit ist sehr wichtig, in dem
    Stadium kann man die Kinder noch erreichen, ihnen Werte und Umgang mit anderen
    Menschen vermitteln, ihnen auch die Angst nehmen eventuell anders zu sein als
    andere, so wie Menschen die Anders sind nicht an den Pranger zu stellen, sondern
    sie als ganz normale Menschen die sie sind, war zu nehmen.

    Was ich Traurig finde das die Aufklärung von Seite der
    Eltern nur sehr selten passiert oder auch Inhaltlich falsch wiedergegeben wird,
    weil die Eltern es selbst nicht besser wissen und sich nicht mal mit dem Thema auseinander
    setzen wollen, dabei sind sie es doch, die den größten Einfluss auf die Sicht
    der Kinder nehmen, von der Geburt an schaut das Kind zu ihnen auf, vielen ist
    es nicht mal bewusst, da sitzt man lieber vor dem TV und guckt bescheuerte „Asi
    Dokus“ statt was mit den Kindern zu unternehmen oder deren Fragen zu
    beantworten. Das macht mich Sauer…

    So ist es dann auch nicht verwunderlich das die Kommunikation
    auf der Strecke bleibt und sich das bis ins hohe Alter hinzieht, die neue Kommunikationstechnik
    betrachte ich auch skeptisch, das man mit Leuten aus aller Welt kommunizieren
    kann, Erfahrungen und Informationen austauschen ist eine gute Sache, weniger
    gut ist, dass diese Art der Kommunikation etwas Kalt ist, Gefühle sind eben
    nicht eine Reihenfolge von Nullen und Einsen, man hat die Person nicht direkt vor
    sich und es sind Milliarden andere da draußen und so kommt es dann, dass schon
    beim kleinen Auseinandersetzungen, z.B. der Kontakt beendet wird, ist für die
    Leute einfacher als sich auf einen unangenehmen Gespräch einzulassen und das
    Problem auf diese Weise zu klären. Diese feige Art wird dann auch auf das reale
    Leben übertragen, die unangenehmen Unterhaltungen und Entscheidungen werden
    dann per Whatsapp und Co. geklärt.

    Ich finde die Menschen werden auch immer rastloser, so sind
    viele auf Flirtseiten obwohl sie in einer Beziehung sind, immer auf der Suche
    nach einem Menschen der noch ein Tick mehr zu ihnen passt, dabei ist dies eine
    endlose Suche ohne jegliche Art von Konstanz. Wieso schaut man nur auf die
    kleinen Unterschiede und sieht nicht die großen Gemeinsamkeiten und setzt sich
    nicht mit seinem Partner/in hin und Redet über die Dinge die einem nicht passen,
    wenn man einander liebt findet man immer einen gemeinsamen Nenner.

    Gerade bei dem Thema Sexualität, sollten Kommunikationen in
    einer Beziehung an der Tagesordnung sein, die geheimen Wünsche und Fantasien
    mit seinem Partner teilen ist doch was Schönes und am Ende gilt immer noch das
    Motto „Alles kann nichts muss“ 😛 , da braucht man keine Angst haben davor.

    Ja und bei Polyamory ist reden sowieso ein Muss, hier darf sich
    keiner vernachlässigt oder ausgeschlossen fühlen sonst funktioniert das Ganze
    nicht, hier ist die Gefahr umso Größe das dies passiert, je mehr Menschen sich
    in dieser Polyamore-Beziehung befinden, man kennt es ja in einer größeren Gruppe
    sich mal auf was zu einigen, so gut wie unmöglich^^. Ich persönlich finde mehr
    als 3 Menschen in einer Polyamore-Beziehung eigentlich schon zu viel, gerade
    wenn es einem dabei nicht nur um Sex geht, sondern auch um Familienplanung. ich würde mich nur auf eine Polyamore-Beziehung
    einlassen, wenn das Ziel dieser ist klar spaß bei Sex zu dritt zu haben, schöne
    Rollenspiele zu spielen einander Halt zu geben und sich gegenseitig zu unterstützen
    , aber auch langfristig gesehen, das Ziel zu haben was größeres auf die Beine
    zu stellen, sprich eine Familien mit nervenden ( dafür aber sehr toleranten und
    kommunikativen) Kinder zu haben 😛

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